Autor Sascha Borrée verkleidet die Paletten, die er für den Bau seines Pools braucht, mit schützendem Malervlies

Wir machen das mal:
einen Paletten-Pool bauen

Das Freibad? Viel zu voll! Der Strand? Viel zu weit weg. Die Lösung: ein Privat-Pool. Das wär’s doch. Aber ist das nicht viel zu kompliziert? Mal sehen. Unser Autor in seinem neuesten Selbstversuch

Text: Sascha Borrée | Fotos: Lucas Wahl

Gestern war ich mal wieder im Freibad. Richtig schön war es da: Die Sonne schien mir warm auf den eingecremten Bauch, die Pommes vom Kiosk waren fettig und lecker. Später habe ich mir noch ein Eis gegönnt. Kulinarisch war der Tag wirklich top. Leider nicht ganz so top: Hunderte von Badegästen, die sich dicht an dicht im Becken drängelten wie die Ölsardinen. Wo kommen die alle her? Haben die kein Zuhause?

Ich schon, glücklicherweise. Sogar mit Garten, und der wäre eigentlich groß genug für ein eigenes Schwimmbecken. Als ich genervt von der Massenveranstaltung im Freibad heimkehre, steht deshalb der Entschluss schnell fest: Ich baue mir einen eigenen Pool.

Mit Paletten – den Tausendsassas unter den Baumaterialien – lässt sich mit Sicherheit ein stattliches Becken bauen"

Sascha Borrée

Ich finde schnell heraus: Wer ein solches Projekt angeht, hat die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten. Option A: eine große Grube ausheben, in mühevoller Handarbeit oder per Bagger. Dann eine Fundamentplatte aus Beton gießen. Wände entweder ebenfalls gießen oder aufmauern, das Becken nach diversen Zwischenschritten (zum Beispiel Elektrik, Pumpe, Filteranlage installieren) noch mit Poolvlies und -folie verkleiden. Fertig! Vorteil: sieht sehr profimäßig aus. Nachteil: geht weder günstig noch schnell, mit erster Erfrischung wäre wohl frühestens am letzten Urlaubstag zu rechnen. Fällt mein Poolprojekt ins Wasser?

Nein, ich entscheide mich für Option B: ein Pool aus Paletten. Auch mit den Tausendsassas unter den Baumaterialien lässt sich bestimmt ein ordentlicher Pool bauen. Und der, so nehme ich mir vor, soll schon morgen Abend badebereit sein!

1. Los geht’s: den Boden bereiten

Am nächsten Tag lege ich in aller Frühe los. Eine geeignete Stelle im Garten ist schnell gefunden. Wichtig: Der Pool muss schön viel Sonne abbekommen, damit das Wasser angenehm warm wird. Ein bisschen Abstand zum nächsten Baum hilft, das Becken von zu viel Laub freizuhalten. Und natürlich sollte der Bauplatz möglichst eben sein, kein Gefälle haben. Ich mähe noch mal, kehre mit einem Rechen kleine Stöckchen und Steinchen weg – also alle spitzen Gegenstände, die sonst später die Poolfolie beschädigen könnten. Mein Pool entsteht aus zwölf Paletten, wird ein Zwölfeck. Bei einer Standardlänge von 120 Zentimetern pro Palette ergibt das einen Durchmesser von rund 460 Zentimetern. Kalkulieren lasse ich das mangels Mathe-Kenntnissen vom Geometrie-Rechner im Internet. Ich stecke einen Stock in die Erde, befestige eine 230 Zentimeter lange Schnur daran, messe so die annähernd kreisförmige Pool-Grundfläche aus. Und bedecke diese, als zusätzlichen Schutz vor spitzen Gegenständen, mit Malervlies.

Autor Sascha Borrée steckt einen Stock in die Erde, befestigt eine 230 Zentimeter lange Schnur daran und misst so die annähernd kreisförmige Pool-Grundfläche aus
Sascha Borrée schneidet Malervlies zu, das er für den Bau seines eigenen Swimmingpools aus Paletten braucht

2. 1A-Aufstellung: alles paletti!

Jetzt kommt die Zeit für meine Paletten. Ich lege sie erst mal in Kreisformation aufs Malervlies, korrigiere hier und da, wenn mir ein Winkel zwischen zwei Paletten zu spitz oder stumpf vorkommt. Dann stelle ich sie hin, nehme letzte Korrekturen vor, verschraube eine nach der anderen mit Flachverbindern. Das Zwölfeck steht schon mal! Und wird jetzt von außen weiter durch Gurte gesichert. Wenn ich den Pool nachher bis zum Rand mit Wasser fülle, wirkt schließlich ein erheblicher Druck auf die Konstruktion.

Autor Sascha Borrée legt Paletten in Kreisformation aufs Malervlies und bereitet so den Bau seines eigenen Pools vor
Sascha Borrée, der seinen eigenen Swimmingpool aus Paletten baut, verschraubt die Paletten mit Flachverbindern

3. Schönheitskur: Tropen-Chic statt Industrie-Optik

Schön stabil wirkt meine Palettenkonstruktion nun, allerdings auch etwas rau und roh, außen wie innen. Kein Problem, dafür gibt es eine Lösung. An der Innenwand tackere ich schützendes Malervlies fest. Die Außenwand verkleide ich mit einer Bambusmatte, sie wird einfach festgeschraubt. Das ist schnell gemacht, und der Effekt ist enorm: Was eben noch nach improvisierter Industrie-Optik aussah, kommt jetzt schon ganz tropisch schick und edel daher.

Autor Sascha Borrée verkleidet die Paletten, die er für den Bau seines Pools kreisförmig aufgestellt hat, mit schützendem Malervlies und tackert es oben an der Wand fest
Sascha Borrée, der die Außenwand seines Pools mit einer Bambusmatte verkleidet hat, befestigt sie an den Paletten

4. Folie verlegen: eine wasserdichte Sache

Dann ist die Poolfolie dran. 460 Zentimeter sind scheinbar ein Standard-Durchmesser für Schwimmbecken, eine entsprechende Folie gibt es fertig im Baumarkt.  Ich verlege die Folie erst auf der Erde, ziehe sie an den Paletten hoch, tackere sie oben am Rand fest. Passt, hält, alles bestens! Im Prinzip wäre der Pool ja jetzt einsatzbereit. Und weil es eine ganze Weile dauern wird, bis er sich randvoll mit Wasser füllt, schleppe ich schon mal den Gartenschlauch ran, drehe den Hahn auf.

Sascha Borrée zieht die Poolfolie, die er für den Bau seines Swimmingpools braucht, an den Paletten hoch und tackert sie anschließend oben an der Wand fest
Sascha Borrée beginnt damit, seinen selbst gebauten Swimmingpool mit rund 13.000 Liter Wasser zu füllen

5. Ist doch Latte: Verkleidung für den Poolrand

Fehlt nur noch eine Verkleidung für den Poolrand, also die obere Schmalseite der Paletten, die bisher noch offen steht. Nicht, dass sich hier nachher meine Badehose verhakt und ich unbeabsichtigt blankziehe! Ich säge also Holzlatten entsprechend zu, und zwar mit abgeschrägter Kante. Dadurch sind nachher nicht nur die Paletten selbst abgedeckt, sondern auch die dreieckigen Lücken dazwischen. Um möglichst präzise arbeiten zu können, gehe ich schrittweise vor: Ich lege zwei Latten auf dem Poolrand in Position, markiere ihre Schnittkante, greife zur Säge. Festschrauben, nächste Latte anlegen. Und dann weiter: markieren, sägen, schrauben. Ich mache ein Mal ganz die Runde, drehe schließlich die Schrauben für die letzte Latte rein.

Puh, geschafft! Ich wische mir den Schweiß von der Stirn, klettere über die gerade gebaute Poolrand-Verkleidung ins Becken. Erfrischung? Fehlanzeige. Das Wasser läuft zwar mit mächtig Druck aus dem Gartenschlauch, steht mir aber kaum bis zum Knöchel. Kein Wunder: Um mein Becken zu füllen, braucht es laut Online-Rechner fast 13.000 Liter. Und die fließen nicht so schnell aus der Leitung.

Sascha Borrée sägt Holzlatten mit abgeschrägter Kante zu, um sie später für die Verkleidung des Poolrands zu nutzen
Autor Sascha Borrée verschraubt die Holzlatten als Verkleidung am Poolrand

Ich übe mich also in Geduld, schwinge mich aufs Fahrrad, mache mich doch noch mal auf zum Freibad. Ums Ölsardinen-Becken mache ich natürlich einen großen Bogen: Ich gehe gleich zum Kiosk, bestelle mir Pommes und Eis. Denn in Sachen Snacks, das will ich gern zugestehen, ist das Freibad einfach top. Gestärkt radele ich wieder nach Hause – und freue mich auf einen menschenleeren, aber bis zum Rand mit Wasser gefüllten Pool.

Autor Sascha Borrée sitzt am Rand seines selbst gebauten Palettenpools, mit den Füßen im kalten Wasser, und schaut in die Ferne

Und siehe da: Mein Pool ist bis zum Rand mit Wasser gefüllt – und menschenleer. Nur ich, das kühle Wasser und: Ruhe! So hatte ich mir das vorgestellt. Genau so.

Das hat Sascha für seinen Pool verwendet:

  • 12 Möbelpaletten/
    Europaletten
  • 6 Schalbretter Fichte/Tanne, 20×150×3000 mm
  • 36 Flachverbinder, 180×40 mm
  • 4 Zurrgurte Mamutec, 50×8000 mm
  • 18 m Sichtschutzmatte PVC in Bambus-Optik, 100×90 mm
  • 2 Malervliese, 270 g/m², 1 m x 25 m
  • 1 Poolfolie, 460 cm Durchmesser
  • 1 Packung JD Plus Universalschrauben Senkkopf, 4,5×50 mm
  • Basiswerkzeuge wie Stichsäge, Handkreissäge, Akkuschrauber, Tacker, Fuchsschwanz

12 Kommentare

  • Frank Tapp
    Schade, dass kein Preis angegeben ist.
    Was kostet denn solch ein Pool.
    Und wie hält man das Wasser frisch und sauber?
    • Redaktion
      Beim Preis kommt es immer auf die Größe Deines Pool-Projekts an. Sascha hat bei seinen Maßen und Bedingungen für den Pool etwa 500 Euro ausgegeben.
      Lass Dich dazu am besten im Markt beraten. Unsere Kollegen können Dir bei der Planung und Auswahl der Materialien helfen.

      Zum Thema Reinigung findest Du hier alle nötigen Infos:
      https://www.hornbach.de/projekte/pool-reinigen-und-pflegen/
  • B.J.
    Irgendwie Irretieren mich diese mm Angaben. Zb beim Malervlies usw.
  • Mr. Mu
    Es teuerste ist die Pool Folie und bei so einer Größe würde ich mir eine Pumpe einbauen das ist das teuerste an der Sache
  • Laura
    Einen Pool in der Größe und Tiefe gibt es jedes Jahr bei Aldi Nord für 150 € inkl. Pumpe....
    • Redaktion
      Ist dann aber nicht selbstgebaut. Das gehört für einige Macher einfach dazu. Aber klar, kannst Du auch eine günstigere Alternative finden.
    • Marina
      Und die Pumpe die bei fertigen Pools dabei ist, ist ne Kartuschen Filterpumpe. Die bringt nix. Selbst schon gehabt, die Pumpe kannst in die Tonne treten. Wenn dann Minimum ne Sandfilterpumpe, man muss halt auch darauf achten wie groß der Pool ist bzw werden soll, damit man auch die richtige Leistung von der Pumpe hat.
  • Fanny May
    Hat Sascha auch an ein Ablassventil gedacht für das Ende der Badesaison? Und wenn ja, wie hat er das umgesetzt?
    • Redaktion
      Sascha nutzt dafür am Ende der Badesaison eine handelsübliche Gartenpumpe.
  • Dr. Fuß- Pilz
    Mich irritieren auch die Maße des Malerflieses 100mm x1000mm! Kurz ein Streifen von 0,1 Meter mal 1 Meter! Damit kann man keinen Pool auslegen! Eher würde ich ein Maß des Fließes von 1 Meter mal 10 Meter für den Umlauf und für den Boden 4 Bahnen des selben Maß es vor schlagen! Also insgesamt 1Meter x 50 Meter Malerfließ kommen zum Einsatz!
    • Redaktion
      Ihr habt natürlich Recht. Da hat sich ein Fehler eingeschlichen, wir haben das korrigiert. Danke für den wachsamen Blick :-)
  • Chris
    Natürlich bekommt man für für weniger Geld einen Pool dieser Größe,jedoch kann man hier aufgrund der Palettenkonstruktion auch ohne Problem auf dem Rand sitzen. Die Paletten sind Bombenfest und es sieht mit den Matten viel schöner aus.😉

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieser Name steht später über Deinem Kommentar. Du kannst auch ein Pseudonym wählen.

* Pflichtfelder bitte ausfüllen