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Kolumbus als Koloss

Ein gigantisches Denkmal, 126 Meter hoch. Mit einem überproportionalen Christoph Kolumbus in einem Mini-Schiff. Wohin damit? In die USA natürlich, in das Land, das von Kolumbus entdeckt wurde. Dachte sich zumindest der georgisch-russische Bildhauer Surab Zereteli. Doch dann kam alles anders

Text: Esther Acason | Foto: action press

Die Idee: Christoph Kolumbus ein Denkmal errichten, zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas 1992. Einfach genial, dachte sich der Künstler Surab Zereteli und schlug das Projekt US-Präsident George Bush vor. Der war begeistert – und Zereteli begann mit dem Bau: Er ließ 2.750 Einzelteile mit einem Gesamtgewicht von rund 600 Tonnen anfertigen. Sein Plan: Erst an seinem endgültigen Standort wollte er das Denkmal „Birth of the New World“ aus diesen Teilen zusammensetzen: zu einem Schiff mit drei Segeln und Flagge, durch die raue See gelenkt von einem gigantischen Christoph Kolumbus, die rechte Hand in die Höhe gehalten, die linke Hand am Steuerrad. Überdimensional proportioniert. Ein Riese.

Aber wohin mit der Statue? Das war noch nicht geklärt. Nach Columbus, Ohio, natürlich, benannt nach dem Entdecker. Zereteli ließ den Kopf des Denkmals in Eigenregie dorthin versenden. Doch die Bürger waren wenig begeistert, von den hohen Transportkosten und den Dimensionen des Denkmals, das sie als „Chris Kong“ bezeichneten. Auch andere Städte lehnten ab. Aber Zereteli wollte sein Denkmal unbedingt zu Ende bauen, notfalls finanziert aus der eigenen Tasche. Die Jahre verstrichen, keine Stadt wollte die Statue. Erst 1998 erklärte sich Cataño in Puerto Rico dazu bereit, das Denkmal als Geschenk anzunehmen. Und ruderte nach Protesten der Bewohner zurück. Eine Umsiedlung wegen eines Denkmals? Niemals. „Birth of the New World“ rostete vor sich hin. Erst 2011 erbarmte sich der damalige Bürgermeister von Arecibo in Puerto Rico, Lemuel Soto: Er wollte den Giganten in den Öko-Erlebnispark seiner Stadt holen. Fünf Jahre später war es dann endlich so weit: Das Denkmal wurde eingeweiht. Seit Dezember 2017 kann man es auch besichtigen. Sogar mit Audio-Guides. Und WLAN. Wozu auch immer.

Der Gigant in Zahlen:

 

Mehr als 26 Jahre

dauerte es von der ersten Idee für das Denkmal bis zur offiziellen Einweihung

 

110.000 Stunden

vergingen, bis alle Bauteile des Denkmals zusammengebaut waren

 

Aus 2.750 Bronze- und Stahlteilen

setzt sich das Denkmal zusammen

 

600 Tonnen

wiegt die Statue

 

126 Meter

misst die Statue und ist damit die höchste Nordamerikas

Selbst erkunden

Hier kann man den Öko-Erlebnispark „TerraVista ParkLand“ mit seiner Sehenswürdigkeit, „Birth of the New World“, entdecken.

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