Eine Seite mit gezeichneten Gegenständen aus der Werkstatt von Lee John Phillips;

Eins nach dem anderen

7018 – so viele Nägel, Schrauben, Werkzeuge hat Lee John Phillips bereits gezeichnet. Fehlen noch ungefähr 93.000 Objekte. Wenn er tatsächlich jeden der rund 100.000 Gegenstände erfassen will, die sich in der Werkstatt befinden. Er will. Aber warum?

Zwei Skizzenbücher hat Lee John Phillips schon voll. Bis zu 16 Stunden am Tag zeichnet er. Seit 2013. Um das komplette Inventar einer Werkstatt zu katalogisieren. Das Ganze nennt er „Shed Project“, es wird wohl zum Projekt seines Lebens. „Anfangs hatte ich mit nur zwei Jahren gerechnet. Dann mit fünf. Heute hoffe ich nur, dass ich irgendwann fertig werde“, erzählt der Waliser. Und auch wenn das gerade nicht so klingt, entspannt ihn die Arbeit. Entschleunigt. Lässt ihn zur Ruhe kommen. Ist der Gegenpol zu seinem Berufsleben. Er ist Lehrer.

Das Katalogisieren erfordert viel Selbstdisziplin, Geduld, Ausdauer. Philipps vergleicht es mit einem Marathon, bei dem man sich Schritt für Schritt auf das weit entfernte Ziel zubewegt. Alles addiere sich zu einer Sinnhaftigkeit, die glücklich mache.

Die Werkstatt ist übrigens nicht seine. Sie gehörte seinem Großvater, der 1994 starb. Die beiden hatten dort, still vor sich hinschraubend, viel Zeit miteinander verbracht. Und Philipps hatte von ihm gelernt, „dass alles einen Wert hat. Und dass Dinge, nur weil sie kaputt erscheinen, diesen Wert nicht zwangläufig verlieren. Er war die Antithese zur Wegwerfgesellschaft. Insofern ist meine Arbeit eine Hommage an ihn und seine Werte. Ich bewahre, was ihn ausmachte.“

Und wie viele sind es jetzt?

Lee John Phillips hält unter http://www.moa.cymru/the-shed-project-1 und bei Instagram auf dem Laufenden.

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